Kurswechsel Kindheit | Ganzheitliche Bildung und Erziehung

Kurswechsel Kindheit | Ganzheitliche Bildung und Erziehung

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00:00:10: Eine Mutter ruft an zwölfjährige Tochter vor einem Jahr noch fröhlich, Freundinnen und Sport.

00:00:16: Heute geht es nach der Schule ins Zimmer, Tür zu, Hände bis eine Uhr nachts.

00:00:20: Ich erkenne mein Kind einfach nur wieder.

00:00:23: Genau das passiert gerade in eins Komma drei Millionen Kinderzimmern in Deutschland.

00:00:29: Plus hundertvierdreißig Prozent Ausstörungen plus hundertsechs Prozent Depressionen.

00:00:34: Die Zahlen liegen auf dem Tisch sind so deutlich dass sie längst ein Aufschrei sein müssten!

00:00:40: In dieser Folge in Petra und E-Cloud Text.

00:00:42: Ohne Panik mache, ohne Schuldzweisungen aber auch ohne das alles noch länger wegzubudderieren.

00:00:48: Eine Folge?

00:00:49: Ja die wehtun der, aber die hoffen lässt!

00:01:23: Ja erstmal ein herzliches Moin aus Fletsburg

00:01:28: Und natürlich ein liebevolles Kriersreich von mir aus Bayern.

00:01:33: Ja, also eine neue Folge von kurzwechste Kindheit und das Thema was Andrea anmoderiert hat gerade ist echt der Hammer!

00:01:41: Wir hatten ja im letzten Jahr in den Anfang dieses Jahres einen neuen Mini-Kurs, der da hieß Kinder in der Medienfalle und was ich da gehört habe war schon echt heftig.

00:01:52: aber gestern war auch wieder ein Gespräch.

00:01:54: ne Mutter ruft an Echt so am Ende und sagt Tochter, zwölf Jahre.

00:01:59: Und die war vor einem Jahr wirklich ein fröhliches Mädchen wie man es kennt ging zum Sport hatte Freundinnen und jetzt eigentlich in nach der Schule Handy an Kinderzimmer Tür zu Essen holt sie sich irgendwo ist zwischen drin und dann liegt sie meistens auch noch lange wach Bildschirm vorm Gesicht und Es gibt immer nur Zoff.

00:02:18: Die Mama sagt ich kenn mein Kind nicht wieder.

00:02:22: Ja, das ist ja auch täglich immer in meiner Praxis.

00:02:24: Und es ist kein Ausnahme mehr!

00:02:26: Das hält echt fast jeden Tag jede Woche und jetzt mal die selbe Radlosigkeit.

00:02:31: Die fast unmacht vor den Eltern weil sie spüren... Da verschwindet gerade jemand aber Sie kriegen's einfach nicht zu fassen was da letztendlich eigentlich passiert?

00:02:41: Die Beziehung schwuppt langsam Aber traurig dem Bach hinunter.

00:02:48: Ich glaube dass das erschreckende Inzwischen ist das Alltag und nicht mehr ein Ausnahmefall.

00:02:54: Sicherlich sind die Ausprägungen unterschiedlich, aber es ist einfach total heftig!

00:03:00: Und die Zahlen, die ja auch gerade in den letzten Untersuchungen rauskommen, machen so deutlich dass man sich fragt warum der Aufschrei erst jetzt kommt.

00:03:09: Ja genau deswegen wollten wir die Folge heute zusammen machen weil grade unfassbar viel zusammenkommt.

00:03:14: neue Studien, neue Zahlen, neue Warnungen... ...und alles sagen im Grund des Teibes Das, was da gerade passiert geht wahrscheinlich nicht gut

00:03:23: aus.

00:03:24: Ne und auch nochmal jetzt hier ganz kurz für alle vorweg wir reden hier nicht aus dem Bauchhaus Wir reden über Zahlen, Daten und Fakten repräsentative Studien Und ja die Ergebnisse liegen auf dem Tisch.

00:03:38: Ja fangen mal so an.

00:03:39: Was sind die Zahlen über die wir reden Petra?

00:03:42: Die DRK hat zusammen mit dem Uniklinienkambug Eppendorf, eine Langzeitstudie laufen.

00:03:47: Die aktuellen Ergebnisse sind bundesweit repräsentativ und die sagen bei mehr als einem Viertel der zehn bis siebzehn-Jährigen in Deutschland ist dies Social Media Nutzung riskant und pathologisch.

00:04:01: das sind eins Komma drei Millionen Kinder und Jugendliche vier prozent davon gelten als Suchtkrank.

00:04:08: Und ja KI ist dann noch nicht mitgerechnet.

00:04:14: Das muss man sich mal echt vorstellen, das ist eine halbe Großstadt.

00:04:18: Kinder, die wirklich süchtig sind oder kurz davor!

00:04:22: Ja und das ist jetzt keine Horrorzahl aus irgendeiner schwierigen Studie, wo alle mal schnell schreien.

00:04:27: Das sind Zahlen einer großen deutschen Krankenkasse und gemessenen Diagnosekriterien die international anerkannt sind.

00:04:35: Und dazu kommt im Durchschnitt zehn bis sechzehnjährige Fabriken unter der Woche.

00:04:38: hundert fünfzig Minuten pro Tag auf Social Media.

00:04:43: Am Wochenende sind es fast vier Stunden plus hundertfünf Minuten Gaming plus eineinhalb Stunden Streaming.

00:04:51: Das ist der Durchschnitt, das heißt es gibt Kinder, die sind deutlich weniger und da ist eine ganze Menge Kinder, sind auch mehr.

00:04:58: Wahnsinn!

00:04:58: Es sind ja mal sechs, sieben Stunden.

00:05:01: Wünsche am Zeit, Hamdok.

00:05:03: Ja, und die KIM-Studie?

00:05:04: zwanzig vierundzwanzig vom Medienpädagogischen Forschungsverbund, die untersuchen schon seit neunzeitenneunzehntes Medienverhalten.

00:05:11: von sechs bis dreizehnjährigen gesagt, achtundfünfzig Prozent der Kinder im Smartgrund mit ins Bett Mehr als die Hälfte ist täglich online und fifty-fünfzig Prozent der Eltern haben keinerlei Zeitbegrenzung und Contentmoderation eingestellt.

00:05:26: Und da muss ich mich, sag' ich mal oder vielleicht packe ich mich an meine Nase?

00:05:29: Ich habe früher immer gedacht mit meinen Kindern das regelt sich schon.

00:05:32: damals hat sich das auch geregelt.

00:05:35: es war nicht Social Media Es gab Spiele, es gab den Gameboy, es gibt wie hießt das alles?

00:05:41: Diese Spielweise wo du alle so einfädeln musst Triviel Pursuit Tetris, oh ja das konnte ich auch endlos spielen.

00:05:49: Aber genau dann haben wir auch Gegenangebote gemacht und es war einfach spannend nach draußen zu gehen und das sehe ich heute überhaupt nicht mehr.

00:05:57: Die Zahl wo du vorher nicht genannt hast ist der Punkt an dem ihr immer wieder schluckt und die Eltern wissen meistens gar nicht was da eigentlich auf ihrem Kind landet aus Desinteresse sondern aus Überforderung.

00:06:14: Naja, das ist letztendlich der zweite Teil der Geschichte.

00:06:17: Die sogenannte Anxious Generation Das Buch von Jonathan Hates Sozialpsychologe an der New Yorker Universität Generation Angst auf Deutschland.

00:06:26: Der hat die Daten über Angsterkrankungen und Depressionen bei Jugendlichen zusammengetragen.

00:06:31: Zwischen zehntausend zehn und zweitausend achtzehn Ist die Zahl der Angststörungen Bei Kindern um hundert dreißig Prozent gestiegen Depressionen um hunderte sechs Und bei der Gen Z also denen die nach wo man sieht, liegt der Anstieg bei hundertneununddreißig Prozent.

00:06:48: Ach, krass!

00:06:49: Und das ist ja letztendlich Kortrent, ne?

00:06:50: Das ist halt der herrvolle Einbruch...

00:06:53: Ja und der Zeitpunkt ist auch kein Zufall,

00:06:55: ne?!

00:06:56: Zwischen zwei tausend um zehn und zweitausend zwölf ist der Moment, in dem die Smartphones im Kinderzimmer ankommen und Social Media Teil des Alters wird.

00:07:03: Jonathan Heldt sagt, dass es die große Umverkabelung der Kindheit Und er sagt ja auch klein in seinem Buch, es gibt die Kindheit vor Smartphone und das gibt die kindheit nach Smartphone.

00:07:16: Und die Zahlen geben ihm da deutlich

00:07:18: recht!

00:07:21: Für Deutschland kann man noch Zahlen dazu, die man dazu lesen muss... Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat Anfang des Jahrzehnts sechs oder zwanzig Studiendaten zusammengefasst.

00:07:31: Die zeigen auf die PISA-Ergebnisse.

00:07:33: also die Schulleistungen gehen genau in den Mars nach unten, indem die Social Media noch zu nach oben geht.

00:07:40: Und die silische Gesundheit der Kinder hat sich nach Corona bis heute nicht erholt anders als in vielen anderen Ländern.

00:07:47: Naja das passt ja zunehmend was wir jeden Tag sehen.

00:07:50: Die Kinder die zu uns kommen sind nicht nur unkonzentriert, sie sind erschöpft und gereizt.

00:07:56: Sie sind traurig und manche sind mit elf, zwölf, breitzehn schon ein bisschen ausgebrannt, wie sonst nur Erwachsene nach Jahren im Hamsterrad.

00:08:05: Wir haben nach Corona auf den Absprung nicht geschafft und wir haben es auch nicht geschafft die Gefahr der sozialen Medien wirklich zu erkennen rechtzeitig.

00:08:16: Lass uns jetzt aber doch mal konkret machen was passiert in einem Kind wenn es jeden Tag zweieinhalb drei Stunden rum scrollt?

00:08:25: Naja, mehrere Dinge gleichzeitig.

00:08:27: Auf der neurobiologischen Ebene ist das Gehirn von Kindern reagiert nun mal... Nicht nur das von Kindern, auch von uns extrem sensibel auf Belohnungen.

00:08:36: Und Social Media arbeitet nun mal mit diesem Prinzip der permanent variablen Belohnung.

00:08:41: Jeder Swipe kann ja wieder was Neues Spannendes bringen.

00:08:44: Das ist ein totaler Verstärker und die Verhaltensforschung sagt es hier auch.

00:08:50: Es kann stärker als Drogen sein.

00:08:53: bei Kindern ist nun einmal der präfrontale Cortex also der Teil der Impulse bremst noch nicht ausgereift.

00:08:59: Das Kind erlebt diesen Sog so ganz komplett und es ist nicht nur dieses neurobiologisches, wenn ihr auch ganz viele Bedürfnisse erfüllt.

00:09:08: Also wenn praktisch ein zwölfjähriges Detauffenkung mit dem Handy dann ist es keine Willensschwäche.

00:09:12: das ist Biologie?

00:09:14: Ja!

00:09:15: Und die Verantwortung muss dafür beim Erwachsenen liegen, der den Rahmen setzt.

00:09:19: Denn die Kinder können nicht alleine raus und für die Erwachsenden kommt da ein ganz schwerer Punkt Sie müssen diesen Frust der Kinder aushalten und begleiten denn die Kinder werden sauer!

00:09:30: Die schreien die Eltern an, sie werden böse und trotzdem muss ich da durch und muss dann auch noch das ja ein Stückchen liebevoll begleitet weil das Kind einfach gerade nicht anders kann.

00:09:41: Ja, denn die emotionale Seite spielt ja auch eine ganz große Rolle.

00:09:45: Das schauen wir uns immer die nämlich an.

00:09:47: was macht das mit der Psyche?

00:09:51: Die Diakarstudie zeigt dir auch etwas was ich erschüttern finde.

00:09:54: Die Kinder machen natürlich auch die Erfahrung dass ihre Eltern oder Geschwister lieber aufs Handy schauen als mit ihnen zu sprechen.

00:10:01: Ich will gar nicht mal sagen Lieber es ist einfach so ne Altersgewohnheit geworden und die Kinder sind natürlich dadurch auch einsamer depressiver ängstlicher gestresst Und das ist eben messbar.

00:10:10: Kinder brauchen Augenkontakt, auch Babys beim Stillen.

00:10:14: Auch da gibt es schon Studien, die zeigen, wenn Mütter beim stillen scrollen.

00:10:17: Wir haben das negative Auswirkungen auf die Bindung von Mutter und Kind.

00:10:21: Sie brauchen einfach das Gefühl jemand sieht mich und wenn nass fehlt dann geht die Entwicklung in die falsche Richtung.

00:10:29: Ja und das geht ja in beide Richtungen.

00:10:32: Das Kind erlebt es bei den Eltern und macht es dann selbst dann auch bei seinen Freunden irgendwo, wenn die Eltern ständig weggucken und so weiter.

00:10:43: Ja klar dann sieht natürlich das Kind das genauso macht es auch genau so bei seinen freunden.

00:10:47: Und ja es wird normal halt woanders irgendwo zu sein.

00:10:51: und ich war letztmal tatsächlich beim Essen und da war ein Pärchen wo er eigentlich war, ich sah total verliebt und hat einen ganzen Abend am Tisch gesetzt.

00:11:01: Katzen hat am Handy immer noch Dattels haben.

00:11:03: Dafür brauche ich jetzt ja nicht Essen, Kinder!

00:11:05: Die haben sie die ganze Zeit nicht angeschaut und nicht angeguckt.

00:11:09: Sehr erstaunlich... Aber das sieht man ja tatsächlich an, dauernd dass man Leute am Tisch sieht und jeder spielt am Handy und das kleine Kind auch... Ich sehe es manchmal auch wenn meine Grüße von Stadt irgendwo unterwegs ist.

00:11:21: Die kriegen in der U-Bahn damit so ruhig sind ein Smartphone in die Hand gedrückt, in den Baggy rein oder so.

00:11:26: Das finde ich schon wirklich schwierig.

00:11:28: Spannend?

00:11:30: Ich hab immer gemeint, es ist jetzt ein Spaß beiseite.

00:11:33: Eigentlich witzig.

00:11:36: Letztes Mal sind wir spazieren gegangen und dann habe ich einen Mann gesehen.

00:11:39: Und ich hatte immer gemerkt, Männer sind nicht multitaskingfähig.

00:11:42: Aber der Mann hat drei Kinder dabei gehabt.

00:11:45: Eins glitze klein im Kinderwagen und eins ist mit dem Laufrad gefahren und das andere Kind ist mit einem Rad gefahren.

00:11:53: Der Mann hat das tatsächlich geschafft an seinem Handy zu datteln!

00:11:58: Also, wir haben eigentlich

00:11:58: drei Kinder im Blick begonnen.

00:12:01: Ich war da voll überfordert und der hat das wirklich geschafft mit der einen Hand den Kinderwagen zu schieben in Online-Handler's Handy und ein Kind mit Laubrundung im Rad im Blick zu

00:12:12: machen.

00:12:12: Ich bin nicht sicher ob die Kinder sich gesehen oder das Gefühl haben haben, dass der Papa ist bei uns?

00:12:18: Risch bleibt echt!

00:12:20: Aber gut, Spaß beiseite.

00:12:21: Ja

00:12:22: aber dazu gibt es ja noch viel mehr mit dem Social Media.

00:12:26: Nicht nur, dass uns das anhält immer weiter zu scrollen.

00:12:29: Die Kinder sitzen ja auch in einer Vergleichsfalle.

00:12:31: Das ist besonders auch... Ursprünglich war es sehr viel für Mädchen aber man merkt heute auch, dass Jungs diese körperlichen Vergleiche ziehen.

00:12:38: Mädchen rutschen dann zwar besonders stark in die Depression und Angst weil gerade Plattform wie Instagram und TikTok den Körpervergleich rund um die Uhr liefern.

00:12:46: Aber wir wissen heute, dass auch viele, viele Jungs eben anfangen Und auch grade so.

00:12:52: Das Thema Magersucht auch bei Jungs eher, was früher gar nicht war.

00:12:55: Auch dadurch aufkommt mittlerweile und ein Kind das sich mit zwölf Jahren so einen Umbruch befindet von der Kind in ins Erwachsenenleben In die Pubertät und jetzt zusätzlich noch fünf Stunden sieht wie andere angeblich leben Lachen toll aussehen Und dass alles bei ihnen nicht so ist Ja Was konnte denn da noch gesundes rauskommen?

00:13:18: Was ich dabei so schwer finde, die Kinder merken es oft dasselbe gar nicht oder zu spät weil sie das Gefühl von Leere- oder Schöpfung erschleichen kommt.

00:13:26: Die Kinder setzen mit dem Handy im Bett und sagen ihr entspannt mich gerade!

00:13:31: Das sind sie gerade mitten in größter Reizbad letztendlich ja des Tages wo wirklich viel auf sie einfallen und das wissen die meisten Eltern auch nicht.

00:13:41: Sie sehen immer in den Elterngesprächen auch wieder zu diesem Thema häufig auch Die haben das überhaupt nicht am Plan, dass letztendlich Handy nicht unbedingt Entspannung bedeutet.

00:13:52: Ja, was habe ich gelesen?

00:13:54: Einen neuen Begriff dazu.

00:13:56: Bad rotting statt Depressionen.

00:13:58: Ich sitze im Bett und scrolle nur noch bad rotting an diesen Begriff Genau!

00:14:04: Was dann aber dazu führt, dass der Schlaf kippt Das ist der dritte Mechanismus.

00:14:09: Das Blaulicht am Handy unterdrückt auch die Melatoninausschüttung, das Einschlafen verzögert sich und die Inhalte sind dann oft auch sehr aufwühlen.

00:14:17: Schlag wird kürzer, schlechter und oberflächlicher und das Kind wacht müde auf hat lange nicht die Ressourcen zur Verfügung, die ich sonst hatte kann sich nicht gut konzentrieren Die Impulskontrolle ist eingeschränkt es ist emotional weniger stabil.

00:14:33: Und was macht das Kind?

00:14:34: Es greift zum Handy, weil es ja auch angeblich oder das Gefühl hat.

00:14:40: Ist ja klar wenn man das Gefühl etwas entspannt mich und das zieht mich da rein.

00:14:45: Das ist dann die nächste Frage, wenn ich mich schlecht fühle dass ich's wieder nutze.

00:14:50: Ja wir hören letztendlich in der Beratung nur... Mein Kind hat Adias, mein Kind hat Depressionen.

00:14:56: Mein Kind ist aggressiv und keiner schaut dahin wo es letztendlig Eigentlich vielleicht unter anderem angefangen haben könnte, ne?

00:15:05: Ja.

00:15:06: Und da sind wir noch an dem Punkt wo wir immer alle wieder merken die Debatte läuft in eine völlig falsche Richtung.

00:15:13: Die Frage ist doch nicht wie viele Stunden am Tag sind.

00:15:15: okay Ist Fortnite schlimmer als TikTok?

00:15:18: ab welchem Alter darf das Kind jetzt WhatsApp haben?

00:15:20: Wie ist das denn wenn das Kind ausgeschlossen ist weil der Rest der Klasse es hat?

00:15:24: Das sind letztendlich Detailfragen.

00:15:27: Ja hier eigentlich.

00:15:27: ich frage mich auch komplett der andere

00:15:30: Ja, die Frage ist was bekommt das Kind nicht?

00:15:33: Weil es stattdessen am Bildschirm sieht.

00:15:34: Was fehlt ihm in diesen Stunden?

00:15:37: Dann kommen wir jetzt zu dem was Kinder eigentlich

00:15:40: brauchen

00:15:40: um seelisch gesund zu werden.

00:15:42: Bewegungen Langeweile Unbeobachtetes Spiel Echte Gespräche Körperkontakt Gemeinsames Essen ohne Displayantische Das Gefühl Gebrauch zu Werden Verantwortung für etwas Kleines Naturstille All das sind so wichtige Sachen

00:15:59: Andrea, unbeobachtetes Spiel.

00:16:01: Da muss ich jetzt innerlich ein bisschen grinsen.

00:16:04: Erst mal spielen Kinder ja nicht mehr mit zwölf schonmal gar nicht und dann... wo sollen sie denn heute noch unbeomachtet sein?

00:16:12: Wir schaffen auch eine Umgebung, wo es für Kinder ganz schwer wird normal oder sich so zu entwickeln wie Sie das früher konnten.

00:16:25: Und jede Stunde am Bildschirm ist ja auch eine Stunde in der Nichts passiert, also nichts haptisch.

00:16:30: Ich sage mal Kinder wachsen heute in einer zweidimensionalen Stadt, in einer dreidimensionalen Welt auf und dieses Gefühl fehlt einfach.

00:16:40: Ja das verändert die Frage ja letztendlich völlig statt.

00:16:44: was darf mein Kind am Handy machen wird?

00:16:47: Was braucht mein Kind gerade dass es nicht bekommt?

00:16:51: und das ist eine liebevolle Frage, eine die das Kind jetzt endlich sieht.

00:16:58: Genau, ist aber auch der Moment an dem viele Eltern wirklich emotional stark betroffen sind.

00:17:03: Vielleicht sogar anfangen zu weinen weil sie merken es geht jetzt nicht darum streng zu sein und nicht ganz im Gegenteil oder das Handy wegzunehmen.

00:17:11: Es gibt einfach darum Platz zu schaffen vielleicht für was was oft verloren gegangen ist.

00:17:17: Das gilt da für uns Fachkräfte.

00:17:18: wenn ein Kind mit Konzentrationsproblemen zu uns kommt ist nicht die Frage welche Übung brauchst sondern was fehlt gerade eigentlich dazu?

00:17:27: Ja, und was ist konkret zu tun für Eltern- und Fachkräfte?

00:17:30: Das ist ja auch so eine Sache.

00:17:32: Was mache ich denn jetzt?

00:17:33: Ist ja schön das zu wissen!

00:17:34: Aber einfach das Handy wegnehmen wird hier nicht helfen.

00:17:37: Ja, fangen wir mal bei den Eltern an... weil da die Meiste ummacht sitzt Petra, sagst du zu den Eltern, mit denen du zum Beispiel arbeitest oder mit denen Du, die dich auf uns auseinandersetzt?

00:17:48: Tja, es gibt so drei Dinge.

00:17:51: Erstmal Eltern müssen auch nicht perfekt sein Und man muss auch nicht von heute auf morgen alles umstellen.

00:17:57: Das bringt für alle nur Stress, aber Eltern müssen in der Tat die Führung übernehmen und das heißt, das Handy ist zum Beispiel nachts im Kinderzimmer nicht verhandelbar egal ob ein Kind zwölf oder fünfzehn ist.

00:18:08: zumindest wäre das für mich so dass es einen Schritt ja schon viel bewirkt weil es einfach den Schlaf auch wieder ein bisschen zurückbringen.

00:18:16: Aber das hört sich jetzt ganz leicht an, ich hatte letztens noch mit einer Mutter Person gesprochen.

00:18:22: Das ist ein wahnsinniger Prozess und das führt dazu dass die Kinder erst richtig absetzt sind.

00:18:27: und es ist nicht so.

00:18:28: wir sagen jetzt so konsequent kein Handy mehr in der Nacht im Kinderzimmer und jetzt ist alles gut.

00:18:34: Man muss starke Nerven haben man muss aushalten das nicht so sehen und dass sie nicht sehen, dass es für sie erforderlich ist.

00:18:42: Und dann muss man eben auch auf Augenhöhe bleiben und zwar sagen ich lass mich hier nicht beschimpfen aber auch trotzdem das Kind nicht verantwortlich machen dafür, dass er's so ausrastet weil es im Moment auch nicht anders kann.

00:18:54: Ja und das ist halt ganz wichtig, dass der Schlaf geschützt ist für die Psyche und letztendlich ist ja eigentlich... hört sich so simpel an und ist zwar schwierig aber unfassbar wirkungsvoll.

00:19:06: Ein Wecker auf dem Nachtisch-Handy lädt im Flur.

00:19:09: Das ist nämlich ganz wichtig, weil häufig nehmen die Kinder das Handy dann als Wäcker und haben natürlich das als Alibi, dass das Handy ja unbedingt da sein muss.

00:19:17: Nein es gibt einen normalen Wecker, ein Handy bleibt draußen und das Handy kann auch in den Flur draußen lassen und mehr nehmen!

00:19:24: Und habe ich auch vor zwei Jahren genaucht wie wieder ein Wecker gekauft?

00:19:28: Ja bei mir ist das Handy komplett weg.

00:19:31: also das ist einfach so bei meinen Kids.

00:19:32: tatsächlich aber... Das ist halt häufig der Punkt, wo sich viele Eltern es nicht mehr trauen zu entscheiden.

00:19:39: Aber da muss ich wie du schon gesagt hast die Führung einfach übernehmen?

00:19:42: Ja und ich denke auch ein Thema ist kein Handy am Estisch, weder beim Kind noch bei den Eltern.

00:19:49: das ist einfach auch ein Stückchen Prävention weil für nur zwanzig Minuten Abendessen ohne Display kann jeder mal aushalten Gespräche, die vielleicht sonst nicht passieren.

00:19:59: Und das Kind erlebt ich bin jetzt vielleicht wichtiger als das Gerät und ich muss aber ganz ehrlich sagen, ich feier vor ein paar Wochen bei meinem Sohn in den USA und man hat ja dann schon wenn man acht Stunden aus dem Flieger kommt fast das Bedürfnis zu gucken was ist da jetzt passiert in dieser Online-Welt?

00:20:16: Also man ist da ja selber auch nicht vorgefeiert und muss da tatsächlich auch immer wieder an sich selber arbeiten finde

00:20:24: Ja.

00:20:24: und was ist?

00:20:26: drittens, Peter?

00:20:27: Tja finde ich eine ganz spannende Frage.

00:20:30: Aber was habt ihr denn früher gemacht bevor es Handys gab?

00:20:32: Ich meine wer kann sich da noch dran erinnern?

00:20:34: wir haben ja mittlerweile auch junge Eltern die selber schon ein Stückchen mit diesem Phänomen aufgewachsen sind.

00:20:39: bei uns war das immer Das war Angebote machen, das war toll.

00:20:43: Wenn wir gesagt haben, wir gehen jetzt raus und sammeln Holz oder bauen draußen irgendwas.

00:20:49: Oder wir fahren zu irgendeinem Gestüt.

00:20:52: Ich weiß auch nicht... Da war immer irgendwie Spaß!

00:20:56: Die Kinder hatten oft gar keine Lust so lange drinnen zu sitzen.

00:21:02: Auch dieses Thema, das wieder so hinzubekommen.

00:21:04: Gemeinsame Aktivitäten die handy frei sind und wo Kinder nicht maulig sind Das ist ein ganz schöner Prozess.

00:21:10: Und da muss man sich auf den Weg gefasst machen dass wir nicht von heute auf morgen funktionieren Aber einfach erst mal was vorschlagen und auch vielleicht eine oder zwei Tage in der Woche festlegen Da machen wir etwas zusammen.

00:21:23: Was drei Dimensionales Nichts Zweidimensionales

00:21:28: Das würde als Anfang schon reichen.

00:21:30: und das Wichtigste dabei finde ich, die Eltern müssen selber auffangen.

00:21:34: Ein Kind, der zu Hause lebt wie Papa drei Stunden am Tag auf dem Handy scrollt, lernt so macht man es!

00:21:39: So gehört sich das.

00:21:41: Wir können letztendlich nicht erziehen was wir selber irgendwo nicht leben.

00:21:45: Kinder tun halt das was sie sehen und nicht das was wir ihnen sagen.

00:21:48: und das ist wahrscheinlich jetzt der unbequemste Satz der ganzen Folge den du da gerade gesprochen hast.

00:21:54: aber er stimmt

00:21:56: Ja, und jetzt zur Fachkräften.

00:21:57: Du arbeitest ja mit vielen Kolleginnen die Kinder begleiten.

00:22:00: was änderst du in deiner Praxis?

00:22:04: Na ja man fragt halt nicht nur nach den Symptomen ich frage schon auch wie viele Stunden am Tag medien welche Plattformen abwannen.

00:22:12: wo ist das denn nie nachts?

00:22:14: Ich höre halt immer wieder dass Spiele gespielt werden die nicht für die Altersgruppe Da sind Spiele, die ja aber alle dürfen.

00:22:24: Ja und das finde ich ein ganz großes Problem.

00:22:26: es gibt hier einfach diese Altersgruppe Diese Alters Gruppen für die Spiele geeignet sind und da sollte man sich wirklich angucken.

00:22:34: Aber wie gesagt wenn man mit Kindern und gerade in Konzentrationen im Spiel ist sollte Man sich immer einen Medien Profil erstellen.

00:22:42: Ja und bei uns im ganzheitlichen Ansatz kommt einer dazu, wir fragen immer was meldet der Körper?

00:22:47: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchwehe, Reizbarkeit.

00:22:49: Die Kinder leben oft in einem dauerhaft erhöhten Stresslevel, darf man nicht vergessen ohne es tatsächlich zu bemerken.

00:22:57: Und das macht mir eben dann dadurch sichtbar mit ganz einfachen Körperübungen, Mit Spürübung.

00:23:01: die Kinder sind erstaunt wie angespannt sie letztendlich den ganzen Tag sein und da müssen wir uns mal selber beobachten wie ich bei unseren ganzen Tagen ist.

00:23:09: Bei mir ist es immer mit die Schulter.

00:23:10: Die haben immer meine Schultern oben.

00:23:12: Aber man kann sich hier vor dem Ding sitzen!

00:23:14: Ja,

00:23:14: wir haben ja immer den ganzen Tag die Schultern obendrauf.

00:23:16: So wenn ich irgendwo bin habe ich immer die Schulern oben und das sprennt unten.

00:23:20: Das kostet unfassbar viel Energie.

00:23:23: Mir ist jetzt neulich auch gefangen.

00:23:24: Ich hab einen Vortrag gehalten aber nicht vom PC sondern live.

00:23:28: Und als ich mich hinterher auf den Fotos und Videos gesehen habe, hab ich immer gesehen, dass meine Schulter wieder nach oben gehen.

00:23:33: Genau wie du das gerade so beschrieben hast.

00:23:36: Ja und wichtig ist natürlich auch, dass wir die Eltern mitnehmen.

00:23:38: Vor allen Dingen... ich höre das dann so oft ja sie müssen dann so und so machen und dann wird das schon.

00:23:43: Das funktioniert hier nicht.

00:23:44: man muss ja auch an die Bedürfnisse der Eltern achten Und die Eltern auch letztendlich auf Augen hier wird treffen und einfach mal gemeinsam überlegen was in den nächsten kleinen Schritte sind und nicht nur in die Eskalation gehen.

00:24:00: Ja, ganz wichtig.

00:24:01: Die ersten drei bis sieben Tage sind ja häufig auch die Schlimmsten.

00:24:04: Das ist der Entzug Buchstäbliche.

00:24:07: Dopaminrezeptoren müssen Sie zurückregulieren und wenn Eltern das wissen halten sie sehr leichter aus.

00:24:12: Wenn sie es nicht wissen kippen sie letztendlich am dritten Tag ein.

00:24:16: Ja, das ist auch das was für mich immer ganz wichtig ist zu sagen.

00:24:20: Es ist völlig normal, die machen nichts falsch wenn die Kinder einfach in der Zeit ganz nies drauf sind.

00:24:26: und was in der Arbeit finde ich mit Kindern so wichtig geworden ist Bildschirmzeit sollten wir nie mit verboten ersetzen.

00:24:34: Es müsste eine Alternative sein, also das heißt wir müssen natürlich die Bildschirms halt begrenzen aber wir müssen auch andere Angebote machen.

00:24:43: und nicht nur sage ich nehme dir das jetzt weg und jetzt musst du damit zurecht kommen denn wenn ich das Handy wegnehme muss sich gucken welches Bedürfnis Wurde denn eigentlich, das ist ja der eigentliche Punkt.

00:24:53: Welche Bedürfnisse werden durch Handy, Smartphone, Social Media und sonstiges gestillt?

00:24:57: Und wie kann man die Bedürfe für das Kind anders stillen?

00:25:00: Sonst können die Regeln überhaupt nicht halten.

00:25:04: Absolut!

00:25:06: Und dieser Blick was braucht das Kind gerade zum Beispiel auch wenn er es zum Handy greift?

00:25:11: also ist die ganzheitliche Arbeit nicht die Medien verteufeln sondern sehen war letztendlich viel.

00:25:17: Und wenn du jetzt aus dieser Folge einen Satz mitgibst, was wäre das Peter?

00:25:24: Gut.

00:25:24: Auch wenn die Zahlen sich nach Horror anfühlen nicht in Panik versinken aber aufwachen und zwar schnell!

00:25:30: Denn jedes einzelne Kind, dass heute Abend vielleicht das Handy aus der Hand legt weil die Eltern neu entscheiden ist dann eben nicht mehr Teil der Statistik.

00:25:39: Wir sind nicht ohmächtig Aber wir haben es bisher nicht ernst genug genommen.

00:25:45: Und was furchtbar anstrengend ist, wir müssen unseren eigenen Medienkonsum überdenken.

00:25:51: Ja, die hat unser Alter in den letzten zehn Jahren schleichend verloren.

00:26:02: Ja und

00:26:18: wenn du jetzt als Mama, Papa, Oma oder Opa vielleicht mitgehört hast und dich ertappt fühlt, fühlt darum geht es gar nicht, denn es gibt ganz vielen Sohn uns auch.

00:26:28: Es ist kein Grund für Schuld!

00:26:29: Es ist lediglich ein Grund eine Entscheidung zu treffen, es ab heute an Last zu machen.

00:26:35: Und wenn das nur eine Sache erst mal ist...

00:26:38: Ja und wenn du diese Folge jemandem im Kopf hast erkennen, Mutter, Vater, Fachperson schick diese Folge gern weiter.

00:26:45: Die Zahlen sind groß genug dass wir sie nicht schön reden dürfen und die Hoffnung ist real genug das wir sie weitergeben können.

00:26:54: ja dann sag ich schön dass du dabei warst und wir hören uns bald wieder.

00:26:58: macht gut tschüss

00:27:00: bis dann Servus.

Über diesen Podcast

Kurswechsel Kindheit ist die Anlaufstelle für Pädagogen, Trainer und Eltern, die Kinder mit Kopf, Herz und Hand ins Leben begleiten.

In Kurswechsel Kindheit erfährst du, warum in Bildung und Erziehung ein ganzheitlicher Ansatz so erfolgreich ist. Die Expertinnen für ganzheitliches Kinder- und Jugendcoaching Andrea Schmalzl & Petra Rodenberg geben dir alle zwei Wochen donnerstags fundiertes Wissen und praktische Tipps zu Themen, die dir unter den Nägeln brennen.

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