Diese ewigen Flüchtigkeisfehler | 7
Shownotes
Flüchtigkeitsfehler werden fast immer als Charakterfrage behandelt: unaufmerksam, schlampig, nicht bei der Sache. In dieser Folge erkläre ich, warum das die falsche Diagnose ist – und was die Unterscheidung zwischen Kompetenzfehlern und Performanzfehlern (nach dem Psychologen James Reason: Mistakes vs. Slips) wirklich zeigt: Ein volles Arbeitsgedächtnis, nicht ein fehlender Wille. Für Eltern und Fachkräfte, die verstehen wollen, warum ein Kind etwas falsch macht, das es eigentlich kann.
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DER RELAXKIDS KLARTEXT PODCAST Klartext für alle, die Kinder begleiten - privat wie beruflich. Andrea über Konzentration, Lernen, Stress und Mobbing. Ohne Schnickschnack, ohne erhobenen Zeigefinger. Denn kein Kind ist einfach nur schwierig - es hat einen Grund.
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Transkript anzeigen
00:00:37: Lange ist letzte Woche bei mir gesessen.
00:00:39: Elf Jahre alt, Mathe-Test, Bruchrechnen!
00:00:42: Ich lasse Ihnen die falsche Rechnung der Aufgabe noch mal vorrechnet – laut und in Ruhe.
00:00:47: Er hat sie total Völlerfrei gemacht und er hat mir jeden Schritt erklären können.
00:00:51: Ich frag ihn und im Test?
00:00:53: Ja, er hat mit den Schultern so keine Ahnung.
00:00:56: ich habe es einfach falsch aufgeschrieben.
00:00:58: Sein Mutter hat vorher zu mir gesagt, er ist einfach schlampig.
00:01:02: Er müsste sich einfach nur mehr Mühe geben aber er hat sie nicht weniger Mühe
00:01:07: gegeben.".
00:01:08: Irgendwas anderes ist passiert.
00:01:36: Ich schaue aufs Ganze, systemisch, ganzheitlich und immer gemeinsam mit denen die Kinder begleiten.
00:01:45: Also willkommen bei Relax Kids Classics!
00:01:49: Ja und das Problem, die Herausforderung, die ihr da vorhin schon erklärt habt ist ja liebe ich tatsächlich ständig.
00:01:55: Nicht nur in Mathe.
00:01:56: Ein Kind kann eine Rechenregel erklären, ein Rechenregel aussagen, ein leseverstellendes Prinzip anwenden und machte in der Prüfung trotzdem genau den Fehler, den es eigentlich vermeiden hätte können.
00:02:07: Zahlen werden vertauscht, Aminos wird übersehen.
00:02:11: Net im Text wird überlesen und die ganze Antwort ist auf einmal falsch.
00:02:15: Ein Wort wird beim Abschreiben verdreht und im Alltag ist es nicht anders.
00:02:19: Die Schultasche wird packt aber das eine wichtige Heft bleibt liegen!
00:02:23: Die Verabredung steht richtig im Kalender und wird trotzdem verpasst.
00:02:27: Die erste Reaktion vor Eltern, von Lehrkräften ja oft von mir selber früher und fast immer dieselbe.
00:02:36: Er ist unaufmerksam, sie ist einfach schlampig.
00:02:39: Er müsste sich einfach unter mehrer konzentrieren.
00:02:42: Ja das klingt irgendwo nach einer Charakter-Eigenschaft, nach einem Einstellungssach, nach etwas ja... Dass man mit mehr Ermahnung und Druck streng die Ahnung beheben kann.
00:02:53: Ich sehe es genauso in der Schule oder in den Förderstunden.
00:02:56: Eine Lehrkraft korrigiert denselben Fehlertüb Woche für Woche und irgendwann steht er in der Rückmeldung mangelhafte Sorgefahrt!
00:03:04: Für das Kind fühlt sie das Doppelt-Ungerecht an.
00:03:07: Es hat sich ja angestrengt und trotzdem klingt, dass Urteil als hätte es irgendwie gar nicht versucht.
00:03:13: Genau dieses Etikett schlamppig unaufmerksam bleibt einfach bei den Gezänger lang bevor irgendjemand fragt was in dem Moment des Fehlers eigentlich passiert ist.
00:03:25: Aber genau da ist irgendwo der Denkfaller.
00:03:27: ein Kind dessen Aufgabe konnt und sie trotzdem falsch löst hat kein Wissensproblem.
00:03:33: Es hat ganz was anderes und das zeigt sie oftmals erst, wenn man genauer hinschaut.
00:03:39: In der Fehlerdiagnostik unterscheidet man zwischen zwei völlig verschiedenen Fehlertypen zum einen Kompetenzfehlern und zum anderen die Performance-Fehler.
00:03:50: Kompetenzfehler heißt Das Kind weiß wirklich nicht!
00:03:54: Die Regel fehlt des Konzeptes nicht verstanden.
00:03:57: A Performance-Feeler heißt Des Kind weiss es aber in dem Moment der Ausführung ist etwas, ja irgendwas dazwischen gekommen.
00:04:05: Und das ist letztendlich der Flüchtigkeitsfehler!
00:04:09: Der britische Psychologe James Reeson hat dafür schon vor über dreißig Jahren eine einfache Unterscheidung geprägt.
00:04:16: Er gibt Fehler bei denen der Plan schon falsch war.
00:04:20: Das sind Mistakes.
00:04:22: und es gibt Fehler mit denen der plan richtig war aber die Ausführungen kippt ist und das sind Slips.
00:04:28: Ein Flüchtlingsfehler ist praktisch immer ein Slip.
00:04:32: Ja und schlüpsst passieren nicht, weil ein Kind nicht aufpasst.
00:04:35: Sie passieren!
00:04:36: Weil das Arbeitsgedächtnis in dem Moment einfach schon voll war.
00:04:40: Ja stellt ihr das irgendwo vor wie ein Schonglier mit fünf Beinen?
00:04:43: Er kann uns schon glieren.
00:04:44: Das ist net die Frage.
00:04:46: aber wenn genau den Moment noch jemand seinen Namen ruft ja dann fällt irgendwo wahrscheinlich der Ball runter.
00:04:52: Nicht weil es nicht kohnt sondern weil in diesem Moment keinen Platz für den sechsten Reiz mehr war.
00:05:00: Bei Kindern ist dieser sechste Reiz oft eine Rechenoperation, die noch nicht automatisiert ist und deshalb viel Kapazität kostet.
00:05:09: Zeitdruck weil der Test in zwanzig Minuten vorbei sein muss!
00:05:13: Müdigkeit, weil es die Sechste schon die schon ist oder Angst irgendwas falsch zu machen, die selbst schon Kapazitäten verbraucht, die eigentlich ja fürs Rechnen braucht werden wird.
00:05:25: Vier Dinge sehe ich tatsächlich in meiner Praxis am häufigsten als diesen sechsten Reiz.
00:05:32: Erstens, eine Teilfähigkeit die nun nicht automatisiert ist – das einmal eins, dass noch nicht sitzt, die Buchstaben laut zur Ordnung, die nur nicht flüssig ist.
00:05:42: Zweitens der Zeitdruck, ob real durch die Uhr im Klassenzimmer oder nur gefühlt weil es ihm glaubt schnell fertig sein zu müssen!
00:05:51: Drittens Müdigkeit Nach der Sechsten Schulstunde ist die verfügbare Kapazität schlicht klar nahe als die in der ersten.
00:06:00: und Viertens ist tatsächlich die Angst, etwas falsch zu machen.
00:06:04: Die Paradox wirkt!
00:06:06: Sie soll eigentlich zur Vorsicht anhalten.
00:06:09: Verbraucht aber selbst die auch so viel Aufmerksamkeit aus am Ende weniger für die eigentliche Aufgabe überbleibt.
00:06:16: und das erklärt warum er Mahnung wie außerhalbesser auf fast nie heifer.
00:06:22: Sie zielen auf eine Willensfrage, aber das Problem ist keine Willensfrage es ist irgendwo eine Kapazitätsfrage.
00:06:29: Was heißt es jetzt ganz praktisch für die Zuhause oder für die in der Arbeit mit den Kindern?
00:06:34: Beim nächsten Flüchtigkeitsfehler, bevor irgendein Kommentar zur Aufmerksamkeit fällt, probier stattdessen einfach mal zwei Fragen.
00:06:42: Erste Frage direkt ans Kind.
00:06:44: Zeigt mir mal wie du darauf kommen wirst wenn du ganz in Ruhe nachdenkst.
00:06:50: Löstest Du die Aufgabe dann fehlerfrei und das passiert erstaunlich oft, weißt Du sofort?
00:06:56: ist es kein Kompetenzfehler?
00:06:58: Das Wissen ist da!
00:07:01: Zweitens, eine Frage an die selber.
00:07:04: Was müsste das Kind genau in diesem Moment alles gleichzeitig im Kopf halten?
00:07:10: War die Aufgabe neu und nicht automatisiert?
00:07:14: War der Zeitdruck im Spui?
00:07:16: War es den Amitag nach einem letzten Schultag?
00:07:19: Diese Fragen zeigen wir letztendlich welcher Ball da wirklich irgendwo runter gefallen ist.
00:07:26: Bei dem Jungen aus dem Beispiel von ganz am Anfang war die Antwort schnell klappt Zeitdruck im Test plus eine Rechenoperation, die nun nicht so ganz automatisiert war.
00:07:35: Also zwei Belastungsfaktoren gleichzeitig!
00:07:39: Keine Wunder also dass einer davon kippt ist.
00:07:42: Ja und dann kommt noch der Moment der eigentliche Hebel.
00:07:46: nicht mehr aufpassen sondern eines Sachen leichter machen.
00:07:50: Mehr Zeit einplanen wenn Tempusproblem war.
00:07:54: Die Aufgabe in kleinere Schritte teilen wenn zu viel gleichzeitig lief Kurze Pause vor der Aufgabe, wenn Müdigkeit mitspult.
00:08:04: Du musst nicht alles auf einmal ändern!
00:08:05: Schon einen Ball wegzunehmen gibt einfach den anderen einen füllern größeren Halt wieder und für Fachkräfte gilt in der Gruppensituation das selbe Prinzip.
00:08:17: Zorgt Kind in der Förderstunde denselben Fehlertyp wiederholt, lohnt sich es genauer dem Blick auf die Rahmenbedingungen der Aufgabe zu lenken Tempo Neuheit Tageszeit.
00:08:29: Und es hilft einfach, bevor man letztendlich ein bissel an der Disziplin ansetzt.
00:08:36: Wenn du eins aus dieser Folge mitnimmst, dann hoffentlich das!
00:08:41: Ein Flüchtigkeitsfehler ist Korr-Charakterzeugnis.
00:08:44: Er ist ein Hinweis darauf, dass in diesem Moment zuviel gleichzeitig gefordert war.
00:08:51: und hey wenn Du nur tiefer einsteigen wirst.
00:08:54: In meinem kostenlosen Konzentrationsintensivkurs schauen wir genau auf solche Muster, wo Kapazität verloren geht und was wirklich hilft sie zurückzugeben.
00:09:05: Start ist tatsächlich der zehnte Oktober und am Ende kannst du die Note bis zum neunten Oktober denn da starten wir dann am nächsten Tag.
00:09:13: Den Link dazu findest du in den Shownauts.
00:09:16: Da gibt es jeden Tag, fünf Tagen hintereinander ein Video zusammen mit einem Lehrbrief mit wunderbaren Reflexionsfragen so dass da wirklich ins Tun und um die Umsetzung kommst und ganz viele Hammermitte bekommst.
00:09:29: Also melde dir oh ich freu mich jetzt schon riesig auf dich!
00:09:32: Und wenn du jemanden kennst der diese Folge gerade braucht hey dann schick sie doch einfach weiter okay?
00:09:38: Also führte und bis zum nächsten Mal Servus machts gut.
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